Für Menschen, die sich über Buchstabensalat wundern. Zeichensätze sind eine subtile Geschichte. Sie sorgen nicht nur dafür, dass Russen und Japaner sich in Ihren Schriften wohlfühlen, sondern auch, dass Europäer sich untereinander austauschen können. Da es allerdings unzählige Zeichen und Schriften auf dieser Welt gibt, stellt die Kombination aller möglichen Zeichen in einem einzigen Zeichensatz eine große Herausforderung dar. Tatsächlich wurde aber vor einigen Jahren speziell für diese Problematik ein besonderer Zeichensatz, der so genannte Unicode, entwickelt. Anhand seiner Anwendung erfolgt im Internet erfolgreich die Darstellung internationaler Zeichen. Die heutigen Programme für die eMail-Kommunikation unterstützen selbstverständlich die automatische Konvertierung und Anzeige von Nachrichten im entsprechenden Zeichensatz. Ganz anders verhält es sich jedoch beim Einsatz eines WebMailers: Hier werden eMails im Webbrowser basierend auf ihrem Zeichensatz dargestellt. Wenn der nicht stimmt, liest sich vieles, vor allem aber europäische eMails mit Umlauten und Sonderzeichen, sehr kryptisch. Die verbreitestete Ursache hierfür liegt im eMail-Programm des Versenders: Microsoft verwendet standardmäßig den Zeichensatz Westeuropäisch (ISO) zum Versenden von eMails. Keine Frage, auf anderen Microsoft-basierten Anwendungen sieht der Inhalt immer den Vorstellungen entsprechend aus - vor allem im eigenen Ordner "Gesendete Objekte". Nur die WebMailer und möglicherweise auch eMail-Anwendungen von anderen Herstellern tun sich mit der Anzeige der Zeichen schwer. Jeder wäre also gut beraten, den Zeichensatz in seinem Microsoft Programm auf Unicode (UTF-8) zu setzen - wenn dem nicht fehlerhafte Implementierungen von WebMail-Applikationen entgegenstehen würden. Denn die auf diesem Zeichensatz basierende Mails werden trotzdem nicht korrekt in WebMailern angezeigt. Die einzige, europäisch tragbare Lösung besteht darin, den Zeichensatz für ausgehende eMails auf Westeuropäisch (Windows) zu setzen - ein proprietärer Microsoft-Zeichensatz, welcher zumindest auf allen Windows-basierten Betriebssystemen das gewünschte Ergebnis darstellt. Wer damit leben kann, dass bei Empfängern lediglich das Euro-Zeichen (€) nicht richtig dargestellt wird, kann auch auf den international darstellbaren Zeichensatz Latin9 setzen - bei Microsoft Lateinisch 9 (ISO) genannt. In Microsoft Outlook finden Sie die Einstellung des Zeichensatzes für ausgehende eMails unter dem Menüpunkt Extras --> Optionen --> E-Mail-Format --> Internationale Optionen... --> Bevorzugte Codierung für ausgehende Nachrichten. Der Zeichensatz lässt sich übrigens auch pro eMail-Nachricht festlegen. Selbst Testen kann ebenfalls nicht schaden: Senden Sie eine eMail mit ä, ö, ü, ß, @ und € in unterschiedlichen Zeichensätzen an sich selbst und die von Ihnen eingesetzten WebMail-Anbieter, wie z.B. GMX, Web.de, Yahoo!, usw. Beim Testen lohnt sich wie gewohnt, den aktuellen Test mit einer Nummer im Betreff zu kennzeichnen. Freuen Sie sich darauf, verstanden zu werden!